Rund um das Leitthema «Was ist eigentlich noch normal?» versammelten sich Fachpersonen aus Psychiatrie und angrenzenden Disziplinen zu einem intensiven fachlichen Austausch. Die Jubiläumsausgabe der Tagung und Fortbildung stand dabei nicht nur für Kontinuität, sondern auch für die Bereitschaft, gesellschaftliche, klinische und wissenschaftliche Grenzfragen neu zu beleuchten.
In seinem Grusswort ordnete Peter Schwegler, CEO der lups, den Psychiatrietag in ein besonderes Gesamtjahr ein: 2026 feiert die Luzerner Psychiatrie AG ihr 20-jähriges Bestehen. Zwei Jubiläen, die – so Peter Schwegler – bewusst nicht nur zum Rückblick einladen, sondern zur Standortbestimmung: Wie muss eine zukunftsfähige psychiatrische Versorgung aussehen? Und wie positioniert sich die lups darin?
Einen gesellschaftlichen Rahmen setzte die Videobotschaft von Regierungsrätin Dr. iur. Michaela Tschuor, die das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Verunsicherungen, medialen Dynamiken und der fachlichen Verantwortung der Psychiatrie prägnant aufzeigte. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung und der Verbreitung von Verschwörungstheorien komme der differenzierten diagnostischen Einordnung eine besondere Bedeutung zu.
Peter Schwegler verwies zudem auf zentrale Entwicklungsschritte der letzten Jahre – von lupsOn über den Aufbau des Ambulanten Kompetenzzentrums für Psychiatrie und Psychotherapie bis hin zur Zentralen Anmelde- und Koordinationsstelle (ZAK) und dem Kriseninterventionszentrum (KIZ). Diese Entwicklungen stehen exemplarisch für eine integrierte, patientenorientierte Versorgung und moderne Arbeitsformen.
Gleichzeitig betonte er die laufende strategische Auseinandersetzung im Rahmen von lups2030, in der Strategie, Prozesse, Organisation, Führung und Kultur gemeinsam weiterentwickelt werden.
Ein zentrales Element dieser Standortbestimmung ist die neue Vision der lups: «Psychische Gesundheit und Teilhabe am Leben – für jedes Alter – im Herzen der Schweiz und darüber hinaus.» Sie bringt regionale Verantwortung und überregionale Perspektive zusammen – mit dem Anspruch, Versorgung weiterzudenken, Wissen zu teilen und gemeinsam neue Wege zu gehen.
Das hochkarätige Programm griff diese Haltung auf: Unter der Moderation von Dr. med. Oliver Bilke-Hentsch MBA LL.M. sowie Prof. Dr. med. Jochen Mutschler und Martin Fluder beleuchteten renommierte Referentinnen und Referenten psychopathologische, neurobiologische und gesellschaftliche Grenzfragen. Beiträge von Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Fuchs, Prof. Dr. med. Andreas Meyer-Lindenberg, Prof. Dr. med. Jörg Fegert, Dr. biol. hum. Jelena Gerke, KD Dr. med. Maurizia Franscini und das Schlusswort eines lehrreichen Nachmittags von KD Dr. med. Kerstin Gabriel Felleiter spannten den Boden von Grundlagenforschung über klinische Praxis bis zu ethischen und kulturellen Einordnungen.
Der 25. Vierwaldstätter Psychiatrietag zeigte eindrücklich, wie wichtig Formate des fachlichen Austauschs sind, um Orientierung zu gewinnen, Perspektiven zu verbinden und gemeinsam Antworten auf komplexe Fragen unserer Zeit zu entwickeln.
Ein herzlicher Dank gilt den Organisatorinnen und Organisatoren im Hintergrund, die die Veranstaltung engagiert ermöglichten, sowie allen Teilnehmenden für ihr Engagement und den lebendigen fachlichen Austausch. Mit Freude blicken wir bereits jetzt auf den Vierwaldstätter Psychiatrietag 2027.



v.l.n.r. Peter Schwegler, CEO lups, Dr. med. Kerstin Gabriel Felleiter, Chefärztin Ambulante Dienste, Stv. CEO und Mitglied der Geschäftsleitung lups, Remy Gasser, Leiter Finanzen & ICT, Mitglied der Geschäftsleitung lups

v.l.n.r. Thorsten Fink, Leiter Betrieb & Infrastruktur, Mitglied der Geschäftsleitung lups und Remy Gasser, Leiter Betrieb & Infrastruktur, Mitglied der Geschäftsleitung lups

Video-Grusswort der Regierungsrätin Dr. iur. Michaela Tschuor

Grusswort Peter Schwegler, CEO lups

Zuhörerschaft mit Prof. Dr. med. Jochen Mutschler, Chefarzt Stationäre Dienste, Mitglied der Geschäftsleitung lups

Vortrag von Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Fuchs, Universität Heidelberg, zum Thema: Verschwörungstheorien – ein psychopathologischer und kultureller Blick
