Wenn eine psychische Krise das eigene Erleben von Kontrolle, Sicherheit oder Zugehörigkeit erschüttert, steht mehr auf dem Spiel als Stabilität im medizinischen Sinn. Es geht nachfolgend darum, Schritt für Schritt wieder handlungsfähig zu werden, Entscheidungen mitzutragen und sich im eigenen Umfeld nicht zu verlieren. Selbstbestimmung zurückzugewinnen und eingebunden zu bleiben, ist ein wesentlicher Teil von Genesung.
Genau aus diesem Verständnis heraus haben wir kürzlich unsere Vision neu formuliert: «Psychische Gesundheit und Teilhabe am Leben – für jedes Alter – im Herzen der Schweiz und darüber hinaus.» Teilhabe am Leben ist dabei bewusst kein Zusatz, sondern zentrale Zielrichtung. Sie wird möglich, wenn Behandlung als gemeinsamer Prozess gestaltet wird.
Deshalb verstehen wir Patientinnen und Patienten sowie Bewohnende als Partner unserer Arbeit und als Expertinnen und Experten in ihrer Genesung. Unser bio-psycho-soziales Behandlungsverständnis bezieht Angehörige und das soziale Umfeld bewusst mit ein, da nachhaltige Stabilität dort entsteht, wo Beziehung trägt. «Beziehung im Mittelpunkt» ist daher ein Leitgedanke, der unser alltägliches Handeln prägt.
Mit rund 1500 Mitarbeitenden leisten wir täglich unseren Beitrag dazu, Selbstbestimmung zu stärken und Eingebundensein zu ermöglichen – in unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenssituationen.
Anlässlich des Tags der Kranken danken wir allen Mitarbeitenden sowie unserem regionalen und überregionalen Netzwerk für ihr Engagement und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sie bilden die Grundlage dafür, dass Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben nicht Anspruch bleiben, sondern im gemeinsamen Handeln konkret werden.
